Best Practice Beispiele verdeutlichen, wie mögliche Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Praxis umgesetzt und ausgestaltet werden können. Welche Maßnahmen geeignet und sinnvoll sind, hängt von vielen verschiedenen Faktoren wie der Unternehmensgröße, den Anforderungen des Geschäftes, den Bedürfnissen der Mitarbeiter sowie dem individuellen Spielraum ab.
Folgende Best Practice Beispiele zeigen ein breites Spektrum an möglichen Maßnahmen aus allen Handlungsfeldern des audit berufundfamilie. Weitere Best Practice Beispiele können bei der berufundfamilie gGmbH angefragt werden.
Handlungsfeld 8: Service für Familien

Seminar `Familie – Lernen – Beruf´
Im Rahmen des audit berufundfamilie bietet die Giesecke & Devrient GmbH seit mehreren Jahren Seminare für Mitarbeiter mit Familie an. Speziell für Beschäftigte mit schulpflichtigen Kindern wurde das Seminar `Familie – Lernen – Beruf´ initiiert. Viele Eltern sind durch Hausaufgabenstress, Notendruck und Streitereien belastet, was sich negativ auf den Beruf auswirken kann. Das Seminar soll Wege aufzeigen, wie sich durch organisiertes Arbeit Familie und Beruf bzw. Schule harmonischer miteinander verbinden lassen. Die Veranstaltung richtet sich an Eltern mit Kindern der Schulklassen 3 bis 8. Eltern und Kinder erfahren eine Menge Wissenswertes zu den Themenbereichen Lern- und Arbeitstechniken, Konzentration, Kommunikation und Verhalten sowie Motivation. Die Giesecke & Devrient GmbH übernimmt dabei die Kosten für ein Elternteil und die teilnehmenden Kinder.
Handlungsfeld 8: Service für Familien

Verständnis und Unterstützung durch offene Kommunikation
Was seit gut 15 Jahren bereits zum Standardprogramm von Globus für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehört, wird seit 2007 sukzessiv auf den Bereich der besseren Balance von Beruf und Pflege ausgeweitet. Neben flexiblen Arbeitszeiten, temporären Freistellungen und individuellen Regelungen für die Bewältigung einer Pflegesituation, setzt Globus insbesondere auf eine offene und fließende Kommunikation des Themas. Zu diesem Zwecke entwarf das Unternehmen eine Pflegebroschüre, stellt regelmäßig Formulare, Beratungsadressen und Publikationen ins Intranet, hängt Informationen ans Schwarze Brett und macht immer wieder Beispiele von Beschäftigten in der Mitarbeiterzeitung bekannt. Im Falle einer Pflegesituation, sucht die Umsetzungsverantwortliche für das Projekt `Familie und Beruf´ zusammen mit dem Betroffenen das Gespräch mit seinen Kollegen. Darin werden diese darüber informiert, welche Konsequenzen die temporäre Doppelbelastung des betroffenen Mitarbeiters für den Betrieb und den alltäglichen Arbeitsablauf haben könnte. Das fördert das Verständnis und trägt wesentlich zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bei.
Handlungsfeld 8: Service für Familien

NetzWerkStadt - Familie und Beruf in Einklang bringen
Auf Initiative von Merck und dem Bündnis für Familie Darmstadt haben sich 29 Darmstädter Unternehmen und Institutionen auf einer Tagung zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärker vernetzt. Die mehr als 60 Teilnehmer der Veranstaltung `NetzWerkStadt´ waren davon überzeugt, dass ArbeitnehmerInnen Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen können, wenn Unternehmen und Institutionen Erfahrungen austauschen und kooperieren.
Fünf Projekte wurden definiert und Verantwortlichen zugeteilt:
- `TIP-Kita´: Betriebsnahe U3-Betreuungseinrichtung im Unternehmensverbund
- Unternehmensverbund Ferienbetreuung: Unternehmenübergreifende Organisation von Ferienspielen für Kinder von Mitarbeitern
- Linkliste Haushaltsnahe Dienstleistungen: Überblick über bestehende Angebote und ggf. Ausbau mit örtlichen Trägern
- Netzwerk(aufbau) Dual-Career
- Netzwerk Wohnen (Kurzzeitwohnen)
Ein `Arbeitskreis Wirtschaft´soll darüber hinaus praktische Lösungen für eine familienorientierte Personalpolitik erarbeiten.
Handlungsfeld 8: Service für Familien
"Kompetenztraining Pflege" - in Kooperationen und Schulungen zum Thema Pflege bei Merz
Bereits 2008 hat Merz einen Vertrag mit der ElternService AWO GmbH zur Beratung und Vermittlung bei Kinderbetreuung und Pflegeleistungen abgeschlossen. Seitdem haben die Beschäftigten die Möglichkeit, sich bundesweit und kostenfrei über das Thema Pflege zu informieren oder sich einen Pflegeplatz für Angehörige vermitteln zu lassen. Neben diesem Beratungs- und Vermittlungsangebot hat Merz das „Kompetenztraining Pflege“ im Rahmen des Frankfurter Bündnis für Familien zusammen mit inzwischen neun weiteren Kooperationspartnern auf den Weg gebracht. Damit können sich die Beschäftigten gezielt auf eine Pflegesituation vorbereiten. In Form einer Schulungsreihe von sechs Veranstaltungen bietet das Kompetenztraining einen umfassenden Einblick zu allem, was das Thema Pflege im Allgemeinen sowie in rechtlicher und finanzieller Hinsicht betrifft. Zudem dienen die Veranstaltungen dazu, praktische Hilfestellungen zu geben. Am Kompetenztraining können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnehmen, unabhängig davon, ob sie sich bereits in einer Pflegesituation befinden, sich auf eine Pflegesituation vorbereiten wollen oder einfach für das Thema interessieren. Auch die Führungskräfte werden bei Merz durch eigene Schulungen gezielt für das Thema Pflege sensibilisiert.
Zu den genannten Angeboten kommen bei Merz zusätzlich konkrete Maßnahmen, die im Pflegefall im Arbeitsalltag genutzt werden können, wie z.B. mehr zeitliche Flexibilität durch Vertrauensarbeitszeit im Tarif- und AT-Bereich, viele Teilzeitmodelle, Altersteilzeit, alternierende Telearbeit und die kostenfreie Nutzung von Telefon, Email und Internet am Arbeitsplatz für private Zwecke. Merz informiert seine Beschäftigten zudem fortlaufend über Links und firmeneigene Medien zum Thema Pflege und Vereinbarkeit.
Handlungsfeld 8: Service für Familien
Gesundheitsförderung bei PFLITSCH
Für den Kabelverschraubungs-Spezialisten PFLITSCH gehört zu einem guten Gehalt und einer angenehmen Arbeitsatmosphäre auch die Gesundheit der rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aus diesem Grund können seit dem 1. Februar alle Pflitsch-Mitarbeiter kostenfrei das gesamte Angebot des Injoy-Fitnessstudios in Hückeswagen nutzen, das sich auf die speziellen Belange des betrieblichen Gesundheitsmanagements spezialisiert hat. Neben der Möglichkeit unter Aufsicht erfahrener Trainer im Studio zu trainieren, wird ein Inhouse-Service angeboten. In regelmäßigen Abständen kommen INJOY-Fachleute in den Betrieb und leiten die Beschäftigten praxisorientiert zu gesundheitsbewusstem Verhalten an. Abgerundet wird das Angebot durch Vortragsveranstaltungen. Die Kooperation von Unternehmen und Fitnessclub ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt; die Kosten übernimmt Pflitsch.
Handlungsfeld 8: Service für Familien

Fit mit Rasselstein – Der gesunderhaltende Betrieb
Im Rahmen des Modellprojektes `Fit mit Rasselstein – Der gesunderhaltende Betrieb´ wird den Beschäftigten ein umfassendes Präventionssystem nahe gelegt, wodurch die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachhaltig verbessert werden soll. Der Fokus liegt dabei auf Prävention und Früherkennung. Beschäftigte und Führungskräfte werden für die Thematik sensibilisiert, Kick-off-Veranstaltungen und Gesundheitstage sollen Interesse am Mitmachen generieren. Informationen rund um die verschiedenen Maßnahmen werden in Broschüren, Publikationen sowie im Intranet hinterlegt. Für Beschäftigte aus der Produktion werden Informationswände in Infoecken angebracht.
Handlungsfeld 8: Service für Familien

Rahmenvertrag mit der Schülerhilfe
Ein Großteil der SEB Service-Angebote für Familien ist bislang auf Kleinkinder ausgerichtet. Um auch Mitarbeiter mit älteren Kindern zu unterstützen, hat die SEB AG einen Rahmenvertrag mit der Schülerhilfe GmbH (http://nachhilfe.schuelerhilfe.de/) abgeschlossen. Damit entfällt für die Mitarbeiterkinder die Anmeldegebühr und der Monatsbeitrag wird um 10 Euro reduziert. Das Angebot der Schülerhilfe umfasst die gängigen Fächer für alle Klassenstufen und Schularten. Der Nachhilfeanbieter ist derzeit an 1.100 Standorten präsent. Dort wird ein zielgerichtetes Coaching für Bildung in Eigeninitiative geboten: vom klassischen Nachhilfeunterricht über Prüfungsvorbereitungen oder Ferienkursen bis hin zu innovativen Vorschul-Lernkonzepten. Im Mittelpunkt der Arbeit mit den Schülern steht die dauerhafte Verbesserung der schulischen Leistung durch individuelle Förderung.
Handlungsfeld 8: Service für Familien
Sommerferienprogramm
Die Siemens AG führt seit 2002 in den ersten vier Sommerferienwochen eine Ferienbetreuung durch. Das Angebot richtet sich an Mitarbeiterkinder im Alter von drei bis 16 Jahren. 2008 nahmen insgesamt 850 Kinder teil, 100 Plätze stellte die Siemens AG wöchentlich der Stadt Erlangen zur Verfügung. Die Betreuungszeit von 7.30 bis 17.00 Uhr ermöglichte den Eltern große Flexibilität. Die Ferienbetreuung fand an vier verschiedenen Standorten statt: dem Siemens Sport- und Freizeitzentrum, einem Kindergarten, einer Schule und der Siemens-eigenen Betreuungseinrichtung `Kinderlaube´. Jede Woche stand jeweils unter einem bestimmten Motto: Mittelalter, Musik, Gesundheit, Sport und Bewegung. Kinder erwarben beispielsweise Sportabzeichen, nahmen an einer Kreativ- und Bastelwerkstatt teil und unternahmen Ausflüge. Bei den Betreuern handelte es sich überwiegend um Studenten mit Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit, die vorab geschult wurden. Zusätzlich engagierten sich Siemens-Pensionäre ehrenamtlich. Der Elternbeitrag betrug 50 Euro für das erste und 30 Euro für jedes weitere Geschwisterkind, inklusive Verpflegung durch die Werkskantine.

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