Aufruf zu familienbewusster Unternehmenspolitik - Pflege von Angehörigen muss in der Arbeitswelt akzeptiert werden
„Angesichts der demografischen Entwicklung müssen sich die Unternehmen darauf einstellen, dass sich immer mehr Beschäftigte neben dem Beruf um die Pflege ihrer Angehörigen kümmern“, gab der Staatssekretär zu bedenken. „Ohne tragfähige Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege laufen Unternehmen Gefahr, qualifizierte Beschäftigte zu verlieren oder werden die Folgen einer Überlastung durch Beruf und Pflege in Form von Arbeitsausfällen, geringerer Produktivität und Krankheitstagen tragen müssen.“
Viele Unternehmen haben im Rahmen des audits berufundfamilie bereits zahlreiche Maßnahmen entwickelt, um für Eltern die berufliche Entwicklung mit Kindererziehung in Einklang zu bringen. Grundsätzlich, so Krämer, können diese Maßnahmen auch für die Erleichterung der Pflege älterer Angehöriger angewendet werden. Einsatz von Telearbeit oder die Flexibilisierung der Arbeitszeit machen es beispielsweise möglich individuell auf Pflegeanfordernisse zu reagieren. „Die Würde des Menschen und die Liebe zu Angehörigen beschränkt sich nicht alleine auf Kinder. Familiäre Zuwendung muss gerade auch alten und pflegebedürftigen Menschen zuteil werden“, machte Krämer deutlich.
Fritz Müller, Vorstandsvorsitzender der AOK Hessen, unterstrich die gesellschaftliche und unternehmensstrategische Bedeutung des Themas. „Wir helfen unseren Beschäftigten durch konkrete Angebote dabei, die persönliche und familiäre Situation zu meistern, aber auch im Beruf den Anschluss zu halten. Familie und Beruf werden so vereinbar. Davon profitieren die Mitarbeiter und das Unternehmen gleichermaßen“ so Müller. Insbesondere die Generation, die Kinderbetreuung und Pflege nahezu parallel leisten muss, bräuchte seiner Auffassung nach verstärkt Unterstützung durch Arbeitgeber und staatliche Institutionen.
Pressemitteilung zur Veranstaltung "Dialog Beruf & Familie" am 04. September 2008

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