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berufundfamilie gGmbH
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eine Initiative der
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Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BMFSFJ
aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
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Mit diesem international einzigartigen Instrument können Unternehmen ihr Familienbewusstsein messen
Neue Studie belegt erstmals positive BWL-Effekte...
Aus Anlass ihres zehnjährigen Bestehen legte die berufundfamilie gGmbH eine wissenschaftliche Studie vor, die erstmals positive betriebswirtschaftliche Effekte einer familienbewussten Personalpolitik belegt und misst.

Mehr Zeit für Familie: 8. Familienbericht vorgelegt

Zeit für Familie

Der 8. Familienbericht wurde von einer unabhängigen Sachverständigenkommission unter Leitung von Prof. Dr. Gregor Thüsing erarbeitet. Die Kommission hat in ihrem Bericht Eckpunkte für eine familienfreundliche Zeitpolitik entwickelt, entlang den Zeitbedarfen, Zeitkonflikten und Wünschen von Familien in unterschiedlichen Phasen und Familienkonstellationen.

Ausgewählte Ergebnisse im Einzelnen

• Vorhandene Reserven bei der Verwendung von Zeit sollten auf eine sozialverträgliche Weise nutzbar gemacht werden, um Familien zu entlasten. Mehr Zeitsouveränität von Eltern kann etwa durch den weiteren Ausbau der Betreuungseinrichtungen oder durch die Gestaltung von Arbeitszeit erreicht werden. Dabei dürfen betriebliche Notwendigkeiten nicht außer Acht gelassen werden.


• Verschiedene Zeitstrukturen, wie Arbeitszeiten und Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen sind häufig nicht aufeinander abgestimmt. Eine solche Abstimmung kann in den meisten Fällen am besten auf kommunaler Ebene erfolgen. Lokale Zeitpolitik ist ein integraler Bestandteil familienbezogener Zeitpolitik.


• Das mitverantwortliche Potenzial älterer Menschen sollte häufiger angesprochen werden, um diese für die Familienzeit zu gewinnen.


• Familienunterstützende Dienstleistungen können Familien entlasten und dazu beitragen, dass sie ihren Alltag besser organisieren können. Damit diese Dienstleistungen in Deutschland mehr genutzt werden, müssen sowohl Informations- als auch Kostenfragen gelöst werden. Ein neuartiges kommunales Engagement, das den Aufbau und die Förderung sowie neue Zugänge zu Dienstleistungen umfasst, kann Perspektiven für Familien schaffen. Bestehende Infrastruktureinrichtungen, wie zum Beispiel Mehrgenerationenhäuser oder Kitas könnten als Drehscheiben oder Vermittlungszentren mit neuartigen Funktionen als Dienstleistungszentren genutzt werden.


• Kommunen sollten sich - wie die Gesellschaft insgesamt - stärker am Gedanken einer fürsorgenden Gemeinschaft (Caring Community) orientieren. Kommunale Plattformen zur Förderung und Koordinierung zivilgesellschaftlichen Engagements können die Basis für das Entstehen solcher Communities sein.


• Der Bundesfreiwilligendienst ist in stärkerem Maße als Instrument zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements älterer Menschen zu nutzen. Der Bundesfreiwilligendienst sollte als Option für zum Engagement bereite ältere Menschen offensiv propagiert und die Suche nach geeigneten Möglichkeiten für ältere Menschen erleichtert werden (zum Beispiel auch in Form einer "Platzbörse" für Senioren).

Expertise der berufundfamilie gGmbH – Zeit für Familie

Expertise für die Sachverständigenkommission zur Erstellung des 8. Familienberichtes von Stefan Becker, GF berufundfamilie gGmbH

Zeit für Familie – ein Thema für Arbeitgeber?

Hochqualifizierte Frauen wollen sich nicht zwischen Berufsleben oder Nachwuchs entscheiden. Väter möchten am Heranwachsen ihrer Kinder aktiv teilhaben. Führungskräfte wollen Verantwortung für Ergebnisse, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiter und die eigene Familie übernehmen. Dennoch ist Familie nur lebbar, wenn die Mitglieder einer Familie gemeinsame Zeit miteinander auch erleben können. Beeinflusst wird die innerfamiliäre Zeitgestaltung aber maßgeblich von den Zeitanforderungen, die von außen auf die einzelnen Familienmitglieder wirken: Schulzeiten, Öffnungszeiten von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen – aber in ganz besonderem Maße die Zeiten für die Erwerbsarbeit. Denn die Erwerbsarbeit ist wie kein anderer Bereich prägend für das Familienleben. Dies gilt nicht nur in quantitativer Hinsicht, weil der Umfang der Arbeitszeit den gesamten Tages- und Wochenablauf dominiert. Auch durch die zunehmend flexibel gestaltete Lage und Verteilung der Arbeitszeit bestimmt die Erwerbsarbeit die Zeitgestaltung von Familien.

Wie können Zeiten für die Erwerbsarbeit und Zeiten für die Familie in ein tragfähiges Verhältnis gebracht werden?

Bei der Suche nach tragfähigen Konzepten ist zu beachten, dass Familien – wie Arbeitgeber auch – verlässliche und flexible Zeitstrukturen benötigen, um planbar und den wechselnden Anforderungen entsprechend handeln zu können.
Familien benötigen anerkannte zeitliche „Spielräume“, innerhalb derer sie flexibel auf die familienbedingte Anforderungen reagieren können. Betriebliche Angebote wie zum Beispiel Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Arbeitszeitkonten und alternierende Telearbeit eröffnen hier die entsprechende Flexibilität für die Beschäftigten.
Familien benötigen aber auch anerkannte zeitliche „Schutzräume“, innerhalb derer sie mit entsprechender Planungssicherheit disponieren können. Hier unterstützen Mutterschutzzeiten, Freistellungen für die Pflege von Kindern und älteren Familienangehörigen, die Möglichkeit eines „Sabbaticals“ oder Angebote wie die so genannte „Kinderbonuszeit“, bei der Beschäftigten mit Kindern Arbeitsstunden gutgeschrieben werden, so dass sie bei gleich bleibendem Lohn monatlich weniger Arbeitszeit leisten müssen und mehr Zeit für die Familie haben.
Bei allem betrieblichen Engagement ist darauf zu achten, dass tatsächlich mehr Zeit für die Familie ermöglicht wird. Betriebliche Angebote wie zum Beispiel Babysitter-, Einkaufs- und Bügelservice, Eltern-Kind-Büro und Betriebskita entlasten zwar Beschäftigte mit Familienpflichten, dienen aber grundsätzlich noch nicht dazu, gemeinsam mit der Familie Zeit zu verbringen. Entlastet von möglichst vielen familiären Verpflichtungen, stehen die Arbeitskräfte mit Hilfe solcher Angebote zunächst nur den Unternehmen möglichst sorgenfrei und ohne andere Verpflichtungen zur Verfügung. Eine wirkliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dies nicht, da Familie hier quasi „outgesourct“ wird.
Tragfähige Konzepte einer familiengerechten Arbeitszeitgestaltung lassen sich nur in einem Prozess entwickeln, bei dem alle Adressaten gleichberechtigt einbezogen werden und in einen stetigen und offenen Dialog miteinander treten.

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